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Obdachlose bei Corona-Impfungen nicht vergessen

Die Erlacher Höhe appelliert an die Kommunen, Bürger ohne Obdach über ihren Anspruch auf eine Impfung zu informieren und die Betroffenen im Fall eines Impfwunsches bei der Terminvereinbarung zu unterstützen.

Großerlach. Ende Februar 2021 hat Baden-Württemberg die Liste der Personen unter
65 Jahren erweitert, die sich ab sofort mit dem Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca impfen lassen können. Zu den Impfberechtigten gehören auch Personen, die in Obdachlosenunterkünften untergebracht sind. Der Vorstand des diakonischen Sozialunternehmens Erlacher Höhe, Wolfgang Sartorius, weist darauf hin, dass nicht alle Menschen ohne Obdach über die sozialen Einrichtungen und Dienste der Wohnungslosenhilfe erreicht werden können. Er fordert deshalb, auch denjenigen Menschen, die in kommunalen Notunterkünften oder auf der Straße leben, einen raschen Zugang zu Impfungen zu ermöglichen.

„Nachdem die Ständige Impfkommission den Astrazeneca-Impfstoff nun auch für Ältere ab 65 Jahren empfiehlt und Medienberichten zufolge der Impfstoff in ausreichenden Mengen zur Verfügung steht, muss jetzt gehandelt werden. Menschen, die in kommunalen Obdachlosenunterkünften oder auf der Straße leben, müssen zügig informiert werden, dass sie impfberechtigt sind“, so Sartorius. Sein Appell an die Bürgermeister im Land: „Bitte lassen Sie alle Menschen in den kommunalen Notübernachtungen über die Ortpolizeibehörde darüber aufklären, dass sie sich ab sofort gegen das Coronavirus impfen lassen können.“ Im Falle eines Impfwunsches sei es erforderlich, den Menschen bei der Anmeldung für einen Impftermin „mit Rat und Tat zur Seite stehen“, so Sartorius.

Weg zur Impfung stellt Menschen ohne Obdach vor Probleme

Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben, leiden häufig unter schweren Vorerkrankungen oder sind gesundheitlich angeschlagen. Damit gehören sie zu den besonders vulnerablen Gruppen, die Gefahr laufen, im Fall einer Infektion mit SARS-CoV-2 schwer zu erkranken. Doch der Weg zur Impfung stellt viele vor Probleme. Wer kein Dach über dem Kopf habe, habe meist auch keinen Zugang zu digitalen Endgeräten wie Smartphone oder Laptop, so Sartorius. Die Online-Buchung eines Impftermins sei für die Betroffenen schlichtweg nicht möglich. Auch die telefonische Terminvergabe überfordere viele: „Selbst weniger isolierte und benachteiligte Menschen verzweifeln, wenn sie in der Hotline nur immerzu hören, dass sie es später noch einmal probieren sollen. Für obdachlose Menschen, die ohnehin häufig unter psychischen Belastungen leiden, ist das kaum machbar“, sagt Sartorius.

Die Pandemie und der strenge Winter, so Sartorius, hätten die Menschen, die auf der Straße leben, an ihre Grenzen gebracht. Er hoffe nun, dass man Menschen ohne Obdach mit Blick auf die Corona-Schutzimpfungen nicht vergesse.

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