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15 Jahre Haus an der Rems: "Wir sind ein Zuhause"

Seit seiner Eröffnung im Februar 2007 bietet das Haus an der Rems in Waiblingen-Beinstein Menschen mit einer mehrfach beeinträchtigenden, chronischen Abhängigkeitserkrankung Unterstützung an.
Drei Personen sind vor einem Gebäude zu sehen, vier stehen in zwei geöffneten Fenstern im oberen Stockwerk.
Bewohner und Mitarbeitende freuen sich über 15 Jahre Haus an der Rems.

Großerlach/Waiblingen-Beinstein. Seit 15 Jahren bietet das Haus an der Rems der Erlacher Höhe Wohn- und Lebensraum für Menschen mit einer chronischen, mehrfach beeinträchtigenden Abhängigkeitserkrankung. Für manche Betroffene wird das Haus in Waiblingen-Beinstein, das am 24. Februar 2007 offiziell eröffnet wurde, zur Heimat, für andere ist es eine Etappe auf dem Weg zurück in ein Leben in den eigenen vier Wänden.

„Wir sind ein Zuhause, für manche auf Dauer, für manche auf Zeit“, erklärt Nadin Himmelsbach, Leiterin des Hauses an der Rems und der Abteilung Eingliederungshilfe der Erlacher Höhe. Das Angebot habe zum Ziel, allen Betroffenen die jeweils größtmögliche Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen. Im Vordergrund der Arbeit stehen deshalb Teilhabeziele, die mit den Bewohnerinnen und Bewohnern individuell vereinbart werden. „Aktuell passen wir uns konzeptionell den Anforderungen des Bundesteilhabegesetzes an, das die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen stärkt. Ein wichtiger Schritt, den wir sehr begrüßen“, so Himmelsbach.

Geschützter Raum für suchtmittelfreies Leben

Das Haus an der Rems bietet 25 Plätze für erwachsene Männer und Frauen, die an einer chronifizierten Abhängigkeitserkrankung leiden, meist von Alkohol oder Medikamenten. Wer bereits verschiedene Hilfen wie Suchttherapien, Adaption oder ähnliche Angebote in Anspruch genommen hat, sich ein abstinentes Leben wünscht und dazu bereit ist, findet hier einen geschützten Raum, um sein Leben suchtmittelfrei zu gestalten. Die Betroffenen werden dabei unterstützt, ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben zu führen. Vorhandene Fähigkeiten werden erhalten, stabilisiert und durch gezielte Förderung erweitert. An das Wohnkonzept ist eine interne Tagesstruktur gekoppelt, mit verpflichtenden Angeboten am Vormittag und Angeboten mit Freizeitcharakter am Nachmittag. Ein multiprofessionelles Team aus den Bereichen Heilerziehungspflege, Arbeitserziehung, Sozialarbeit, Hauswirtschaft und Alltagsbegleitung unterstützt die Bewohnerinnen und Bewohner in allen Belangen. Die Betreuung im Haus wird ganzjährig gewährleistet, auch nachts sind Mitarbeitende erreichbar.

Die Pandemie und das Leben mit ständig wechselnden Coronaverordnungen habe die Bewohnerinnen, Bewohner und Mitarbeitenden im Haus an der Rems in hohem Maße herausgefordert, erzählt Himmelsbach. „In dieser besonderen Wohnform wurden die notwendigen Maßnahmen von der Bewohnerschaft teilweise als einschränkend infrage gestellt und diskutiert, gleichzeitig aber auch als Schutz empfunden.“ Die Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner habe immer Vorrang gehabt. Das Jubiläum werde aus diesem Grund auch nur intern begangen, mit einem Abendessen. „Wir hoffen, im Juni ein Sommerfest in großer Runde feiern zu können, um uns auf diese Weise für das gute Miteinander mit der Gemeinde zu bedanken, das für uns so wesentlich ist“, so Himmelsbach.

Auch Ehrenamtliche sind im Haus an der Rems immer willkommen. Wer Interesse daran hat, sich zu engagieren, zum Beispiel beim Begleiten von Freizeitaktivitäten und Spaziergängen, oder im Rahmen eines Freiwilligendienstes, kann gerne telefonisch Kontakt aufnehmen: Tel. 07151 99471-11.

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