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Aktion Mensch unterstützt Lebensmittelversorgung Bedürftiger

Ehrenamtliche Helfer fallen aus, Warenspenden sind rückläufig: Die Corona-Krise trifft auch die Sozialkaufhäuser der Erlacher Höhe hart. Im Landkreis Calw sichert nun ein Förderpaket der Aktion Mensch die Lebensmittelversorgung von Menschen mit geringem Einkommen.
Zwei Männer stehen vor einem weißen Transporter mit der Aufschrift ‚Kreuzermarkt Nagold‘ sowie weiteren Beschriftungen. Beide tragen schwarze Kisten mit Lebensmitteln und sind mit schwarzen Mund-Nasenschutz und Handschuhen ausgestattet.
Bezahlbare Lebensmittel frei Haus: Dank einer Förderung der Aktion Mensch kann die Erlacher Höhe einen Lieferdienst aufbauen.

Calw/Nagold. Die Corona-Pandemie hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Lebensmittelversorgung von bedürftigen Menschen. In den tafelähnlichen Sozialkaufhäusern der Erlacher Höhe fehlt ein Großteil der Ehrenamtlichen, weil sie aufgrund ihres Alters oder Vorerkrankungen zur Risikogruppe gehören. Die Lebensmittelspenden durch die Discounter sind rückläufig, während die Preise für frische Lebensmittel deutlich anziehen. Gleichzeitig bleiben bedürftige Menschen, die auf diese Läden angewiesen sind, aus Angst vor Ansteckung zu Hause – unter ihnen auch viele ältere Menschen. „Doch gerade diese Menschen gilt es weiterhin zu erreichen“, sagt Andreas Reichstein, der als Leiter der Abteilung Calw-Nagold der Erlacher Höhe im Landkreis Calw an den vier Standorten Nagold, Altensteig, Bad Wildbad und Neuenbürg tafelähnliche Sozialkaufhäuser verantwortet.

Um die Versorgung von Menschen, die an der Armutsgrenze oder darunter leben, aufrechterhalten zu können, beantragte Reichstein bei der Aktion Mensch eine Corona-Soforthilfe in Höhe von 50.000 Euro für ein Jahr; Ende April wurde die Hilfe bewilligt. Nun kann dank der Förderung ein Lieferdienst für ältere, bedürftige Menschen eingerichtet werden. Zusätzlich werden mit den Mitteln der Aktion Mensch haltbare Lebensmittel sowie frisches Obst und Gemüse zugekauft, um eine gute Grundversorgung sicherzustellen. „Frische Lebensmittel sind für Menschen mit geringem Einkommen sonst schlichtweg zu teuer“, so Reichstein. Durch die Krise seien auch Menschen in Not geraten, die bis vor Kurzem überhaupt nicht auf tafelähnliche Läden angewiesen waren, sich nun aber dort versorgen müssten. „Im Jahr 2019 haben über 47.000 Kunden unsere vier Sozialkaufhäuser besucht, durch Corona werden es voraussichtlich eher mehr werden.“

Besonders am Herzen liegt Reichstein ein Thema: die Gewinnung von Ehrenamtlichen, die keiner Risikogruppe angehören. „Wir benötigen dringend Hilfe vor Ort in unseren Läden: für die Abholung, Vorbereitung und Ausgabe von Waren, aber auch, um die Auslieferung von Lebensmitteln zu organisieren.“ Wer sich für ein ehrenamtliches Engagement interessiert, kann sich unter 07051 931990 oder calw-nagold@erlacher-hoehe.de informieren. „Wir freuen uns auf Menschen mit Herz, die gerne mit anpacken.“

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